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Blend oder Monocultivar

22 Mai 2026
durch Nico van Donkelaar

Die Mischung: Das Meisterwerk des Herstellers

Hier wird es interessant. In der Welt des industriellen Olivenöls ist eine Mischung in der Tat oft ein Mittel, um billige Restchargen zu kaschieren. Für Olivenölhersteller von Weltklasse ist eine Mischung jedoch eine bewusste Komposition. Es ist ein Handwerk.

Stellen Sie sich vor: Das Öl der Arbequina-Olive ist dieses Jahr wunderbar fruchtig, aber es fehlt ihm genau dieser Hauch von Biss. Ein Meisterproduzent fügt dann ganz vorsichtig ein paar Prozent des kraftvollen Picual oder der charaktervollen Cornicabra hinzu. Das Ergebnis? Ein Olivenöl, das in Balance ist: eine Symphonie aus Aroma und Geschmack, die jede einzelne Olivensorte übertrifft.

Das Gremium der Weisen

In den besten Genossenschaften wird dies nicht dem Zufall überlassen. Zu Beginn der Saison tritt ein Gremium von „Meisterverkostern“ zusammen. Oft sind dies die weisen alten Männer, die diese Arbeit schon seit Jahrzehnten verrichten. Sie verkosten, diskutieren und feilen so lange an der Mischung, bis die perfekte Komposition für dieses bestimmte Erntejahr erreicht ist. Es ist vergleichbar mit der berühmten „Assemblage“ in großen Weingütern: Der Hersteller schafft ein Kunstwerk.

Warum Sie einer Mischung nicht misstrauisch gegenüberstehen müssen

Eine hochwertige Mischung ist in der Tat ein Zeichen von Handwerkskunst. Es kommt auf die Ausgewogenheit an. Ob Sie sich für den reinen Ausdruck einer einzigen Sorte oder die ausgewogene Komplexität einer sorgfältig komponierten Mischung entscheiden: Es kommt ganz auf die Absicht des Herstellers an.

Hier sind zwei Beispiele für Mischungen von Weltklasse.
„De Oro“ von Pago Baldios San Carlos ist eine Mischung aus der fruchtigen Arbequina-Olive mit 10 % Cornicabra. Diese 10 % verleihen dem Öl so viel mehr Tiefe und Geschmack.
Der Marqués de Valdueza ist eine Mischung aus nicht weniger als vier Olivensorten. Die genaue Zusammensetzung variiert von Jahr zu Jahr. Das Gremium der Weisen (heutzutage auch Frauen) legt jedes Jahr aufs Neue das ideale „Rezept“ fest, um das allerbeste Olivenöl herzustellen.

Anekdote

Auf dem Foto ist Marquis Fadrique Álvarez de Toledo y Argüelles zu sehen, der Besitzer des Anwesens, der ein direkter Nachfahre des Herzogs von Alva ist und nach dessen Sohn benannt wurde.
Bei seinem ersten Treffen mit dem Marquis war dieser bereits bei der Vorstellung verärgert. In seinem Terminkalender stand fälschlicherweise ein Termin mit jemandem aus Polen statt aus Holland. Schließlich waren Treffen mit den Niederländern seiner Ansicht nach sinnlos. Er war überzeugt, dass die Niederländer und Belgier sein Olivenöl nicht verwenden wollten, weil sein Vorfahr gelegentlich auf dem Grand Place in Brüssel Köpfe rollen ließ und „unserem“ Wilhelm von Oranien das Leben ziemlich schwer gemacht hatte. Schließlich gelang es mir, ihn davon zu überzeugen, dass wir die Dinge nicht in einem so düsteren Licht sehen. Schon gar nicht nach dem 1. April 1572, als sein Vorfahr Den Briel an die Watergeuzen verlor..... Übrigens läuft es zwischen uns jetzt sehr gut. Komisch, wie gut sich ein sehr vornehmer Marquis und eine Quasselstrippe verstehen :-)

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